Beschäftigst du dich eine Weile mit der Bedarfsorientierten Ernährung, triffst du immer wieder auf die Begriffe „aktivierend“ und „regenerierend“. Was es damit auf sich hat und wie du diese Nahrungsmittel-Eigenschaften nutzen kannst, um deinem aktuellen Bedarf noch besser gerecht zu werden, erfährst du in diesem Artikel.

 

Was bedeutet aktivierend und regenerierend?

Die BoE teilt die Nahrungsmittel unter anderem in zwei Kategorien ein:

  • Aktivierend = wärmende, anregende Nahrungsmittel
  • Regenerierend = kühlende, beruhigende Nahrungsmittel

Ganz grob kannst du dir merken:
Gemüse, Früchte und Salat sind regenerierende Nahrungsmittel
Rotes Fleisch, Käse und Ei, Getreide und Hülsenfrüchte sind aktivierende Nahrungsmittel

Ausnahmen sind:
Zitrone und weisse Grapefruit – wirken aktivierend wegen dem Vitamin C
Poulet, Fisch wirken regenerierend wegen den Aminosäuren Tryptophan und Lysin

Dein Bedarf ändert sich je nach Jahreszeit:

  • Im Herbst und Winter magst du mehr aktivierende Nahrungsmittel, weil sie wärmen und anregend wirken.
  • Im Frühling und Sommer greifst du eher zu Regenerierendem, das kühlt und beruhigend auf den Stoffwechsel wirkt.

Jede Mahlzeit sollte sowohl aktivierende als auch regenerierende Nahrungsmittel enthalten.

Bezogen auf den Tagesrhythmus gilt aber folgende Regel:

Morgens: vor allem aktivierende Nahrungsmittel
Mittags: ausgewogen = aktivierende und regenerierende
Abends: vor allem regenerierende Nahrungsmittel

 

Frühstück

Für einen schwungvollen Start in den Tag wählst du überwiegend aktivierende Nahrungsmittel. Je nach deinem aktuellen Bedarf, haben aber auch regenerierende Nahrungsmittel Platz auf dem Frühstückstisch.

Satt & Selig - Aktivierend und regenerierende BoE

 

 

Achte nun auf deinen Bedarf:
Bist du gerade gestresst, hast einen empfindlichen Magen, dann wähle mehr aus der regenerierenden Liste: z. B. Camembert, leicht gesalzen und wenig Kalbfleisch, dazu helles, getoastetes Brot.
Oder Rührei, Forelle mit hellem Toast.
IMMER dazu gehört der 15 Sekunden-Schwarztee, Zitrone, Blattgrün – wie du es aus dem BoE-Frühstück schon kennst.

Beobachte und erforsche die Wirkung der Nahrungsmittel auf deinen Körper selber!
Sind Linsen angesagt oder doch eher ein Rührei mit Lachs?

 

Mittagessen

Aktivierende und regenerierende Nahrungsmittel sind beim BoE-Mittagessen in Balance.

Satt & Selig - BoE Nahrungsmittel

 

Stelle dein Mittagessen harmonisch zusammen aus beidem: aktivierend und regenerierend.
Zum Beispiel:
Kartoffeln und Salat an Essigsauce mit wenig rotem Fleisch und weissen Bohnen.

Ein oft gesehenes Gericht, das mich seeeehr müde macht, weil es ausschliesslich aus regenerierenden Nahrungsmitteln besteht: Fisch, Kartoffeln und Salat.

Beobachte dich: wie fühlst du dich jeweils nach dem Mittagessen?
Müde? Hast du genug aktivierende Nahrungsmittel gegessen? Braucht es mehr aus der aktivierenden Liste?
Hast du oft Heisshunger auf Süsses am Nachmittag? Überprüfe dein Mittagessen: hat es an tierischen (aktivierenden) Eiweissen gefehlt?

Experimentiere und spüre immer wieder, was die unterschiedlichen Kombinationen mit dir machen.

 

Znüni / Zvieri

Satt & Selig - BoE Nahrungsmittel

Tipps zu Nüssen:

  • Keine Nüsse als Snack vor dem TV am Abend.
  • Als Beigabe zum Abendessen: z. B. Haselnüsse zu Buchweizen oder geröstete Cashewkerne für ein indisches Dal.

Hast du trotz optimalem Mittagessen ein Nachmittagstief? Dann genehmige dir ein Zitronenwasser oder ab November eine kleine weisse (nicht rosa!) Grapefruit mit ein paar Salzstängeli zum Zvieri. Das aktiviert!

Frierst du oder ist eine Erkältung nahe? Bereite dir die gewärmten Haferflocken mit Sauerkirschen, Schlagrahm und Kakao! Das Rezept dazu findest du im Artikel Die BoE lässt dich (im Winter) nicht kalt.

Kürbiskerne enthalten neben Vitamin E auch Zink – regenerierend oder aktivierend? Deine Forschungsergebnisse interessieren uns!

 

Abendessen

Zwar kreierst du das Abendessen vorwiegend aus regenerierenden Nahrungsmitteln, achte aber darauf, dass auch aktivierende Stoffe dabei sind. Diese unterstützen eine optimale Verdauung, spenden je nach Bedarf nochmals Wärme und Energie für die Nacht. Meist reichen schon kleine Mengen an Knoblauch oder Zwiebeln aus, um den Ausgleich zu schaffen.

Satt & Selig und die BoE

 

Tipps fürs Abendessen:

  • Die Gemüseportion sollte grösser sein, die Getreideportion kleiner. Und nimm immer Milchfett (Butter, Vollrahm, Sauerrahm) dazu.
  • Bei regenerierendem Getreide: mit wenig Zwiebeln und/oder Knoblauch andünsten und eventuell wenig Speckwürfeli beigeben. Das sind kleine aktivierende Beigaben.
  • Für Eltern: Beobachte, wenn kleine Esser mit am Abendtisch sind, ob dein Kind nach Goldhirse oder Polenta nochmals so richtig aufdreht – dann war das Abendessen zu aktivierend. In diesem Fall bietest du diese Getreide besser zum Mittagessen an.

Weisser Reis und weisse Teigwaren haben keine Wirkstoffe. Sie dienen als schnelle Energielieferanten. Wir nennen sie auch Vitamin B-Räuber.
ABER: sie sind wunderbar zum Kombinieren mit aktivierendem Getreide oder Hülsenfrüchten – vor allem für BoE Beginners.
Oder bei totaler Erschöpfung oder Grippe ist eine Bouillon mit Nüdeli besser verträglich als eine Rollgerstensuppe mit Speck.

Auch hier gilt es, genau auf dein Empfinden zu achten:

  • Wie geht es dir nach dem Abendessen?
  • Kippst du gleich nach dem Essen ins Bett?
  • Hast du Mühe beim Einschlafen?

Entsprechend nimmst du am nächsten Abend mehr aus der aktivierenden, bzw. aus der regenerierenden Nahrungsmittelliste.

Ich beobachte zum Beispiel, dass mir Polenta nicht bekommt, wenn der Tag oberstressig war. Dann brauche ich weissen Reis und ein paar weisse Bohnen dazu.

Mit dem Wissen um aktivierende und regenerierende Nahrungsmittel kannst du jetzt noch besser für dein Wohlbefinden sorgen. Indem du immer darauf achtest, was dein Körper (und auch deine Seele) jetzt braucht – bedarfsorientiert eben!

Übrigens: Ganz tolle Rezepte findest du in den Kochbüchern von Gaby Stampfli oder von Ulla Baumann.