Die Leber ist das zentrale Organ deines Stoffwechsels. Sie produziert wichtige Proteine (Aminosäuren) und entgiftet deinen Körper, wenn du ihm Unsinn verabreicht hast. Willst du gesund bleiben, gehe sorgfältig mit deiner Leber um – lebenslang! Mit der Bedarfsorientierten Ernährung tust du deiner Leber täglich Gutes. Wie genau, das erfährst du in diesem Artikel.

Die Dienste, die dir deine Leber leistet

Deine Leber…

  • liegt unter deinem rechten Rippenbogen
  • wirkt als grosser Filter für alle Stoffe aus dem Magen-Darm-Trakt
  • reinigt und entgiftet all dein Blut, bevor es in den Kreislauf kommt
  • produziert täglich 0.5 bis 1 Liter Galle, die der Fettverdauung dient
  • stellt das wertvolle Cholesterin her
  • speichert Nährstoffe (=Vitalstoffe) und vor allem auch Glykogen, ein sogenannter Vielfachzucker
  • liefert diese Nährstoffe je nach Bedarf an den Organismus ab

Kurz:

Die Leber ist dein grösstes Speicher-, Entgiftungs- und Umwandlungsorgan.

Sie ist die zentrale Laborstelle für einen reibungslosen Stoffwechsel:

  • Eiweiss-Stoffwechsel. Sie verwandelt verbrauchte Eiweisse zu Harnstoffen und baut aus Aminosäuren unsere Blut-Eiweisse auf.
  • Fett-Stoffwechsel: Sie bildet Cholesterin und Fettsäuren und baut Überschüsse davon ab.
  • Kohlenhydrat-Stoffwechsel: Sie speichert Blutzucker als Glykogen. Merke: wenn beim Abendessen die Kohlenhydrate & das Gemüse fehlen, kann deine Leber nicht genügend Glykogen speichern und dir diese am nächsten Morgen als Energiebooster zur Verfügung stellen. Wer ungenügend Glykogen gespeichert hat, muss darum morgens zu Süssem in jeglicher Form greifen.

Gemäss Organuhr ist die aktivste Arbeitszeit der Leber von 01.00 bis 03.00 Uhr nachts.

Eine schwache, überforderte Leber gibt keine Zeichen von Schmerz von sich. Ein Sprichwort sagt:

Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit.

Symptome einer gestressten Leber

Ist deine Leber gestresst, kann sie eine Auswahl folgender Symptomen zeigen:

  • Völlegefühl oder sogar Übelkeit nach dem Essen
  • Blähungen
  • grosse Müdigkeit zwischen 13 – 15 Uhr
  • Regelmässiges Aufwachen zwischen 1-3 Uhr nachts
  • Kopfschmerzen, Migräne – da hilft ein Essigwasser oder der Saft von 1 frischen Zitrone
  • Lust auf Süsses nach dem Mittagessen
  • Allergien, die nicht verschwinden wollen
  • grosse Tränensäcke
  • Psychische Beschwerden: Depressionen, Aggressionen, Hässigkeit: “Dir ist etwas über die Leber gekrochen.”
  • Haut: gelber Teint
  • Schuppenflechten
  • Innenhand-Ekzeme

Ursachen für eine Leberstörung

Mögliche Ursachen für eine Leberstörung sind:

  • Stress – Ruhepausen fehlen
  • Zucker – auch künstliche Süssstoffe
  • Billiges Fett in Fertigprodukten
  • Tiefgekühltes Gemüse (Darmprobleme, Blähungen)
  • Medikamente, Drogen
  • Alkohol, Kaffee
  • Zu viel Fleisch, resp. zu wenig Linsen im Essplan
  • Zu viel Haferflocken und Hirse – sprich Anregendes
  • Übersäuerung: die Leber muss die Übersäuerung abbauen

Darum:

  • Gönn dir Ruhe und Zeit zum Essen – kaue langsam
  • Meide Fertig- und Halbfertigprodukte
  • Iss nicht zu grosse Portionen. Bau dafür Zwischenverpflegungen ein

Diese Nahrungsmittel mag deine Leber gar nicht

Nahrungsmittel, die deiner Leber gar nicht gut bekommen:

  • Viel Hartkäse, vor allem als einzige Eiweissquelle
  • Blätterteig in allen Varianten
  • zu grobes Vollgetreide wie Ebly, Getreidetätschli aus geschroteter Vollgerste, Weizen, Dinkel
  • Zucker, Honig & Co.
  • viel Alkohol. Ab und zu 1 Gläschen Rotwein zum Essen hingegen kann sogar förderlich sein für das Leberwohl. Mit Betonung auf “Ab und zu” – nicht täglich!
  • Zuviel Obst. Dieses kann durch den Kaliumüberschuss zu Verkrampfungen der Gallengänge führen
  • Blosse Kohlenhydrate zum Abendessen – wie Pizza, Sandwich, Nudeln, Brot. Nimm dann wenigstens noch Salat oder rohes Gemüse dazu.
  • Ein Abendessen ohne Kohlenhydrate mag die Leber auch nicht, denn sie braucht “Zucker” aus hochwertigen Kohlenhydraten, den sie als Glykogen speichern kann.
  • Meide auf jeden Fall tierisches Eiweiss am Abend. Weil der Magen nicht mehr genügend Magensäure zur Verfügung hat, um die Eiweisse optimal zu verdauen, entsteht Ammoniak. Das ist ein Giftstoff, den die Leber mühsam wieder abbauen muss.

Soforthilfe bei Blähungen und Völlegefühl

Bei Blähungen und Völlegefühl, vor allem nach Festessen, die meistens nicht sehr leberfreundlich sind, greif zu:

  • Essiggurke oder Zitronenwasser vor dem Schlafen
  • nach dem Festessen: ein Espresso
  • nach zu viel Süssem: 1 Esslöffel Dr. Ritter Edelhefe, in Wasser aufgelöst
  • Blähungen nach zuviel Zopf oder weissem Reis: iss etwas Salziges
  • Blähungen nach zuviel Obst, Salat oder Fruchtsalat: eine Tasse Bouillon

Trink Lebertee nicht direkt nach dem Essen, weil er die Bildung der Magensäfte stört, die wir für die Verdauung benötigen.

Damit pflegst du deine Leber

Hier die Tipps für die lebenslange Leberpflege:

  • Achte auf eine sehr gute Qualität von Fett und Ölen. Fette nicht erhitzen, ganz schlimm ist erhitzter Käse von überbackenen Aufläufen
  • 2-3 x pro Woche 1 Teelöffel Leinsamen langsam & gut kauen = Vitamin E Quelle
  • Bitterstoffe liebt deine Leber. Pflück dir im Frühjahr den jungen Löwenzahn. Nimm 2-3 Blätter mit Zitrone täglich zum Frühstück. Auch Artischocken enthalten viele Bitterstoffe. Dünste Chiccorée oder Lattich zum Abendessen, oder nimm ihn als Salat zum Mittagessen.
  • Iss 2x wöchentlich Linsen wegen dem Vitamin B6. Egal ob zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen
  • Iss täglich Kartoffeln zum Mittagessen. Die Leber liebt Kartoffeln, resp. das Niacin in der Kartoffel. Aber bitte: Kartoffeln immer in der Schale und nur mit 1 Fingerbreit Wasser kochen. Daraus kannst du Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Rösti, Gschwellti (Schalenkartoffeln) machen.
  • Weitere Niacin-haltige Nahrungsmittel sind: Fenchel, rohe Champignons, gute Milchfette wie Butter und Vollrahm (kein UHT!), Banane, Fisch, Pfirsich, Camembert, Weichkäse
  • Rotkraut ist himmlisch für den Fettstoffwechsel.
  • Gedämpftes Gemüse am Abend mit vollwertigen Kohlenhydraten liebt die Leber.
  • Randen, grünes Gemüse, grüne Erbsen. Und gedünstete Gartengurken mag sie ganz besonders wegen dem Kupfer.

Auf dass dir keine Laus mehr über die Leber kriecht!