Das Säure-Basen-Gleichgewicht mit BoE

Sicher hast du schon davon gehört, dass es wichtig ist, deinen Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten.

Weisst du auch, was du tun und lassen sollst, damit dein Körper nicht übersäuert?

Ja, ähm, … vielleicht weniger Zucker und Weissmehl…? 

 

Ja, was du überall liest und hörst, ist verwirrend, aber freu dich: ernährst du dich nach BoE, musst du dich darum kaum kümmern, weil dein Säure-Basen-Gleichgewicht ganz natürlich erhalten bleibt. 

 

Aber lies, wie genau das funktioniert und wie ein übersäuerter Körper wieder ins Gleichgewicht kommt.

 

Wie funktioniert der Säure-Basen-Haushalt?

Zuerst beseitigen wir einige weit verbreitete Irrtümer:

  • Es gibt nicht “schlechte” Säuren und “gute” Basen. Beides ist gut, solange beide in Balance bleiben. 
  • Die Übersäuerung lässt sich nicht im Blut nachweisen. Sie findet intrazellulär statt, also in den Zellen. 
  • Eine Übersäuerung der Zellen hat nichts mit sauren Nahrungsmittel zu tun. 
  • Die Theorie von säure-und basenüberschüssigen Nahrungsmitteln ist veraltet.

 

Jetzt schau dir aber an, was in deinen Zellen abgeht. Alles dreht sich um das Natrium-Kalium-Verhältnis in deinen Zellen

Zum Verständnis, sehr vereinfacht:

Natrium (NaCl) ist Kochsalz

Kalium (K) ist in Joghurt, Milch, Früchten, Frucht- und Gemüsesäfte oder Wein enthalten

 

Rot = Natrium

Grün = Kalium

Gelb = Magnesium

Zickzacklinie = Zellmembran (durchlässig)

1. Regenerierte Zelle

Eine regenerierte, erholte Zelle sieht morgens so aus:

Die Zelle ist zu ca. 96% mit Kalium (grün) gefüllt. Ausserhalb der Zelle, im Zellzwischenraum, befindet sich Natrium (rot).

 

Dieser Zellzwischenraum ist dir vielleicht auch als Muskelgewebe oder Faszien bekannt.

 

2. Bewegung

Nun kommst du in Bewegung. Bei jeder Aktivität gelangt Natrium (rot) durch die Zellmembran (Zickzacklinie) ins Innere deiner ca. 8000 Milliarden Zellen. 

Dadurch wird die Zelle sauer. Das heisst, es entsteht eine positive Spannung in der Zelle.

Eine “Natrium-Kalium-Pumpe” balanciert diese Spannung aus, indem sie Kalium (grün) aus der Zelle befördert. 

Wenn kein Kalium mehr in deinen Zellen ist, hast du “erschöpfte-übersäuerte” Zellen.

Säure-Beschleuniger sind körperliche Arbeit, Sport, Stress, Kaffee, Alkohol.

3. Übersäuerte Zelle

Eine übersäuerte Zelle sieht abends so aus: das Natrium (rot) ist nun im Zellinnern und das meiste Kalium (grün) ist in den Zellzwischenraum verdrängt worden. 

 

Viele übersäuerte Zellen ergeben ein übersäuertes Gewebe. 

Typische Zeichen dafür sind Müdigkeit und Gereiztheit

ABER… zum Glück hat unser Wunderwerk von Stoffwechsel eine Lösung:

4. Die Regeneration.

Der Mineralstoff Magnesium (gelb) regeneriert die übersäuerten Zellen, indem es das Natrium (rot) aus der Zelle treibt. Dadurch kann Kalium (grün) wieder hineinströmen. 

 

Dieser Vorgang ist für den Körper energieaufwändig, und er benötigt dazu Ruhe. Idealerweise nutzt er die Nacht für diesen Prozess

 

Um die Säure auszuscheiden braucht dein Körper also:

  • Natrium
  • Magnesium
  • Vitamin B1

Sprich: Salz, Gemüse und Hülsenfrüchte. 

 

3 Wege zur Übersäuerung

“Übersäuert” bedeutet also: 

Die Zellen können Natrium nicht mehr ausscheiden und Kalium nicht mehr aufnehmen. 

 

Bleibst du langfristig übersäuert, kann dir Derartiges blühen:

  • Rheumatische Beschwerden aller Art
  • Entzündungen im Körper
  • Allergien, Hautprobleme
  • Müdigkeit, Gereiztheit, schlechte Laune
  • Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen, Benommenheit
  • Bluthochdruck

Viele Wege führen zur Übersäuerung.

Sieh dir 3 mögliche Gründe an:

 

Übersäuerung 1 - zu wenig Magnesium

Wenn du zu wenig Magnesium zu dir nimmst, gibt es keinen Mineralstoff mehr, der das Natrium aus deinen Zellen vertreibt. Deswegen führt zu wenig Magnesium zur Übersäuerung.

 

Das beste bioverfügbare Magnesium findest du in schonend gedünstetem Gemüse.

Damit dein Körper Magnesium aufnehmen kann, braucht er immer Kohlenhydrate dazu.

Konkret: Vollgetreide.

Aha!, denkst du schlauer BoE-Fuchs jetzt: das Abendessen nach BoE besteht aus Gemüse und Getreide. Genau so ist es. Das BoE-Abendessen versorgt dich gut mit Magnesium.

 

Magnesiumreiche Gemüse und Früchte sind:

  • Fenchel
  • Spargeln
  • grüne Bohnen
  • Kefen
  • Kohlrabi
  • Rosen- und Federkohl
  • Gurken
  • Himbeeren
  • Melonen
  • Bananen 

 

Die Magnesium-Aufnahme hindern: 

Tierische Eiweisse wie rotes Fleisch, Käse, Eier, Quark, Joghurt, Milch 

 

Das heisst, wer am Abend regelmässig tierische Eiweisse verspeist, verhindert die Regeneration der Zellen - demnach bleiben die Zellen in einem übersäuerten Zustand.

 

TIPP: Wähle das Abendessen à la BoE, und dein Stoffwechsel erledigt den Rest: er baut deine Säuren ab und hält deinen Säure-Basen-Haushalt auf Hochglanz.

 

 

Übersäuerung 2 - zu wenig Vitamin B1

Wenn dir Vitamin B1 fehlt, kann dein Körper die stoffwechselbedingten Säuren nicht ausscheiden. 

 

Isst du viel Zucker jeglicher Art, futtert dieser genüsslich dein Vitamin B1 weg. 

Vorsicht und grosse Zurückhaltung also bei:

Honig, Konfitüre, Dörrobst mit reichlich Fruchtzucker, Gebäck (vor allem mit Backpulver), Schokolade, Süssgetränke, Weissbrot und Teigwaren. 

 

Typisches Mangelzeichen von Vitamin B1 ist - Überraschung! - Heisshunger auf Süsses ;-) 

 

Vitamin B1 findest du in: 

  • Hülsenfrüchten: Linsen, weisse Bohnen, Kichererbsen, Gelberbsen
  • Vollgetreide: Rollgerste, Goldhirse, Quinoa, Vollreis, Buchweizen, Dinkel
  • Edelhefe von Dr. Ritter, findest du im Reformhaus

Diese Dinge sind in der BoE’schen Küche reichlich und täglich vorhanden. 

 

 

Übersäuerung 3 - zu wenig Natrium

Viel kaliumreiche Kost kann auch übersäuern, wenn der Gegenspieler - das Salz (Natrium) fehlt. 

 

Kaliumreich sind:

  • Früchte wie Kirschen, Trauben, Äpfel, Aprikosen, Mandarinen, Birnen
  • Joghurt, saure Milchprodukte, Quark, Milch
  • Obst- und Gemüsesäfte
  • Salate

Tipp: Vitamin C-reiches Obst wie Beeren, Zitrone, weisse Grapefruits und helle Orangen regulieren über die Nebennierenhormone den Natrium-Kalium-Haushalt. 

 

Gell, dir ist klar, dass wir hier von einem naturbelassenen Salz ohne Rieselhilfe sprechen. In einer Küche, in der vorwiegend selber gekocht und gesalzen wird!

 

In diesem Zusammenhang wird dann auch klar: Natrium (= Salz) ist das wichtigste Mineral zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts.

 

Darum salzt du in der BoE Früchte und Sauermilchprodukte. Oder du isst Salzstängeli (Roland) dazu.

 

Wenn du also mit den kaliumreichen Produkten übertreibst und praktisch kein Salz zu dir nimmst, läufst du ebenfalls in eine Übersäuerung.

 

Typische Zeichen bei zuviel Kalium im Verhältnis zu Natrium: 

  • Tropfende Nase
  • Stirnkopfschmerzen am Morgen
  • Benommenheit
  • Neigung zu Allergien 

 

Dein Säure-Basen-Gleichgewicht

So, jetzt weisst du, wie deine Zellen übersäuern. Aber du möchtest lieber wissen, wie du eben NICHT übersäuerst, stimmts?

 

Darfs einfach sein?

Ernähre dich nach BoE!

 

Achte vor allem auf das Abendessen: stelle sicher, dass da sicher schonend zubereitetes Gemüse und Vollgetreide mit dabei ist.

  • Vermeide so gut als möglich Zucker
  • Vergiss das Salz nicht
  • Iss am Abend keine tierischen Eiweisse
  • Iss am Morgen die tierischen Eiweisse
  • Kaffee, Alkohol sind Übersäuerungs-Beschleuniger - geniesse wenig davon
  • Baue Stress ab
  • Lebe freudvoll
  • Mach gemässigt Sport

Und damit bleibst du ohne grosse Anstrengung und weitere Verwirrung in deinem Säure-Basen-Gleichgewicht.

Easy, oder?


Wie sind deine Erfahrungen mit dem Thema Säure-Basen-Haushalt? Schreib sie uns gerne in die Kommentare unter diesen Artikel - danke!



 

 

Doro Staub bloggt über BoE-Ernährungsthemen
auf Satt & Selig und über anderes Bewegendes
auf ihrer Webseite Miss Move


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Kommentare: 2
  • #1

    db (Mittwoch, 26 Juli 2017 09:50)

    Liebe Susanne! Es hat mich sehr gefreut, Dich kennenzulernen. Und hier auch noch wie versprochen, mein persönlicher Beitrag zu BoE.

    Nach der Geburt meiner Tochter, meinte mein Körper ein bisschen verrücktspielen zu müssen. Knapp drei Jahre plagten mich diverse Symptome, so dass ich mich wie im Hamsterrad gefühlt habe. Schlechte Verdauung, schlechter Schlaf (nächtliches Aufwachen, extrem starkes Schwitzen), fettige Haare… schlechte Laune. Und das Hamsterrad drehte sich munter weiter.

    Diverse Blutuntersuchungen und unzählige Abklärungen und Behandlungen kamen zu keinem Ergebnis, lediglich Mutmassungen und gut gemeinte Ratschläge.

    Als ich auf Anraten eine Colon-Hydro-Therapie gemacht habe, sagte mir der Therapeut, meine Ernährung !!! sei schuld an den Symptomen. Meine Ernährung?! Brot und Müesli aus dem Bio-Laden, Gemüse, Eier, Obst und Konfi vom Bauernhof, keine Geschmacksverstärker im Essen, kein Fast-Food, keine Konserven, keine Fertigmenüs…

    Ein anschliessender Kochkurs "Darmfit – dieses Essen ist der Hit" hat mir dann die Augen geöffnet und es hat mich gepackt. Das erste Kochbuch nach BoE wurde bestellt und die passende Lektüre "Darm mit Charme" gleich dazu.

    Ich habe schon das "Richtige" gegessen, einfach zur falschen Uhrzeit. Mein Hauptproblem war das tierische Eiweiss am Abend. Nach zwei Tagen kein-tierisches-Eiweiss-zum-zNacht waren sämtliche nächtlichen Beschwerden wie in Luft aufgelöst und so langsam klappte es auch wieder mit der Verdauung. Der nächste Schritt war das Frühstück. 'Auf Wiedersehen' Müesli mit Milch, Quark und frischen Früchten, 'Herzlich Willkommen' Brot mit Käse, saurer Gurke und eine Tasse schwarzer Tee.

    Seit knapp drei Monaten ist meine Ernährung schrittweise umgestellt und es geht mir sooooo viel besser. Kaffee-Verzicht ist die nächste Challenge. Danke für Deine Homepage und den tollen Blog. Ich bin gespannt, was uns der nächste Blog-Beitrag verrät.

    Liebe Grüsse D.

  • #2

    Susanne (Freitag, 11 August 2017 17:00)

    Endlich, nach meinen Ferien -
    ein herzliches Dankeschön an Dich, liebe D.,
    für Deine beeindruckende Geschichte, die Du nun mit der Leserschaft teilst.
    Ich bin selber immer wieder erstaunt, wie schnell eine Ernährungsumstellung Wirkung zeigen kann.
    Alles, alles Gute und weiterhin viel Erfolg auf Deinem spannenden Weg. Susanne